Kompass ohne Magnetfeld – ausgerichtet nach der Sonne

Der Magnetkompass im Handy liegt neben Stahl, Lautsprechern oder einem Balkongeländer leicht 10–30° daneben. Die Sonne stört nichts davon: Ihre Richtung lässt sich für Ort und Uhrzeit auf ein Zehntelgrad berechnen. Einmal anpeilen, dann zeigt SunCompass echtes Nord – ohne Magnetfeld, über den Lagesensor.

Keine Installation nötig: SunCompass läuft im Browser. Griffbereit auf dem Homescreen: iPhone Teilen › „Zum Home-Bildschirm“, Android Menü › „App installieren“.

Anleitungen

  • Himmelsrichtung mit dem Handy bestimmen – Norden finden mit dem Handy: warum der Handykompass neben Stahl 10–30° danebenliegt, was Missweisung und Deviation sind und wie es mit der Sonne genau geht.
  • Kompass und Missweisung – Warum der Kompass um Grad danebenzeigt und wie du an der Sonne kalibrierst – Ratgeber im SatFinder.
  • Sonnenstand und Sonnenverlauf – SunPosition: Azimut, Höhe, Auf- und Untergang und Schattenlänge für jeden Ort, Tag und jede Uhrzeit.
  • Satellitenschüssel ausrichten – SatFinder: Azimut, Elevation und Skew berechnen und die Schüssel mit AR-Kamera und Kompass ausrichten.

Wofür SunCompass taugt

  • Satellitenschüssel am Stahlmast: Direkt am Mast verbiegt das Metall das Magnetfeld, die Sonnenpeilung nicht. Den Soll-Azimut für deinen Ort berechnet der SatFinder.
  • Photovoltaik und Balkonkraftwerk: die Ausrichtung von Dach oder Modul auf wenige Grad prüfen, auch zwischen Regenrinne, Geländer und Aufständerung.
  • Wandern und Outdoor: die Himmelsrichtung bestimmen, wenn der Handykompass nicht kalibriert ist oder springt.
  • Wohnmobil und Camping: In und an der Blechkarosserie ist ein Magnetkompass stark gestört – mit der Sonne findest du die Richtung für Sat-Antenne und Solarmodul.

Häufige Fragen

Warum liegt der Magnetkompass im Handy daneben?

Zwei Fehler addieren sich. Die Missweisung ist der Winkel zwischen magnetisch und geografisch Nord; sie ist bekannt (in Deutschland rund 3 bis 5,5° Ost), und SunCompass rechnet sie heraus. Die Deviation ist die Ablenkung durch Eisen und Magnete in der Nähe – Stahlträger, Lautsprecher, Balkongeländer, Magnethülle. Sie lässt sich nicht vorhersagen; neben Stahl sind 10 bis 30 Grad keine Seltenheit.

Wie funktioniert der Sonnenkompass?

Kamera starten, das Fadenkreuz auf die Sonne richten und „Sonne anvisiert“ tippen. Für Ort und Uhrzeit ist die Richtung der Sonne auf ein Zehntelgrad bekannt – daraus kennt der Kompass echtes Nord und läuft danach über den Lagesensor, ohne Magnetfeld. Schau dabei auf den Bildschirm, nie direkt in die Sonne.

Wann funktioniert der Sonnenkompass nicht?

Nachts und bei geschlossener Wolkendecke fehlt die Sonne als Bezug; dann bleibt der Magnetkompass, um die Missweisung korrigiert. Unter 5° Höhe lässt SunCompass nicht anpeilen, weil Häuser und Bäume die Sonne verdecken und ihr Azimut dicht am Horizont schnell wandert. Steht die Sonne sehr hoch, wie mittags in den Tropen, wird das Anpeilen ungenau: Ein Grad seitlich daneben ergibt bei 60° Höhe zwei Grad Richtungsfehler, bei 80° fast sechs.

Was bedeutet geografisch und magnetisch?

Geografisch (rechtweisend) heißt bezogen auf den Nordpol – so rechnen Karten und die Sonne. Magnetisch (missweisend) heißt bezogen auf das Magnetfeld – so zeigt ein Handkompass. Der Unterschied ist die Missweisung deines Standorts; sie steht neben dem Umschalter.

Warum soll ich nach einiger Zeit neu anpeilen?

Der Kreisel im Handy driftet langsam. Nach etwa zehn Minuten lohnt sich ein neues Anpeilen der Sonne, SunCompass erinnert dich daran.

Wozu braucht die App meinen Standort?

Nur für den Sonnenstand: Azimut und Höhe der Sonne hängen von Ort und Uhrzeit ab. Der Ort auf etwa 10 km genau reicht; 100 km daneben verschieben die Sonnenrichtung in Mitteleuropa um 1 bis 3°, am stärksten mittags im Sommer.

Worauf SunCompass sich stützt

Die Sonnenrichtung rechnet SunCompass nach den Formeln aus Jean Meeus, „Astronomical Algorithms“, die auch der Sonnenrechner der NOAA verwendet – auf besser als 0,1°. Wie genau der Kompass danach zeigt, bestimmt dein Anpeilen.

Die Missweisung kommt aus dem World Magnetic Model von NOAA/NCEI und British Geological Survey. Das Modell beschreibt nur das Hauptfeld der Erde. Natürliche Anomalien der Erdkruste (laut NOAA stellenweise über 10°) und die Deviation durch Metall in deiner Nähe kennt es nicht – genau die umgeht die Sonnenpeilung.